Netzwerk fängt inzwischen viele Familien in Not auf

Der Kinderschutzbund ist aktiv dabei!

Eschweiler. Armut hat große Auswirkungen auf Bildung, Teilhabe und Gesundheit. Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie wurde aber vom Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung in diesem Jahr bestätigt. Verschiedene Hilfsorganisationen und Vertreter der öffentlichen Hand haben sich vor Jahren zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die Folgen der Armut bei Kindern und Jugendlichen zu kämpfen.

Das Netzwerk „Flügelschlag – Starke Kinder an der Inde“ ist ein gutes Beispiel für diese Arbeit. Mit zahlreichen Aktionen war es in diesem Jahr aktiv, wie nun der Bericht des Netzwerks zeigt, der in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag präsentiert wird.

Um die in der Stadt bestehenden Angebote auch im kommenden Jahr optimal zu vernetzen, traf sich die Steuerungsgruppe des Netzwerks Mitte Oktober. Dass diese erfolgreiche Arbeit viele Menschen berührt, macht sich auch in Zahlen bemerkbar: So kamen bereits über 12.472 Euro Spenden im Jahr 2017 zusammen, die einige Aktionen erst möglich machen. Im vergangenen Jahr sammelte das Netzwerk knapp 8000 Euro Spenden.

Zahlreiche Projekte, an denen auch die Kindertagesstätten und Schulen beteiligt sind, werden inzwischen umgesetzt. Dabei wird der Armutsbegriff nicht nur auf wirtschaftliche Probleme beschränkt, sondern auch auf Mangel an gesunder Ernährung, Wohnqualität und mehr. Die Spiel- und Lernstube bietet einen Obst- und Gemüsetag an. Die Adam-Ries-Schule stellt Obst für die Kinder der 5. Klassen bereit, dessen Finanzierung das Netzwerk sicherstellt. Auch die Beschäftigten in den Grundschulen wurden unter dem Motto „Bildung kommt ins Gleichgewicht“ geschult. In dieser Veranstaltung wurden einfache Übungen gezeigt, um den Gleichgewichtssinn der Kinder zu stärken. Dieses Angebot soll in Zukunft auf Kindertagesstätten ausgeweitet werden.

Statistisch betrachtet, sind vor allem Alleinerziehende von Armut betroffen. Laut Stadtverwaltung beträgt das für diese Menschen in Eschweiler über 40 Prozent. Allerdings wächst die Gefahr der Armut auch bei Familien mit vielen Kindern sowie bei Familien mit Migrationshintergrund. Aus diesem Grund richten sich manche Projekte konkret an diesen Personenkreis. „Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass es zunehmend gelingt, diese Zielgruppen mit den Angeboten auch zu erreichen“, heißt es im Bericht des Netzwerks.

Viel Unterstützung findet im Rahmen von Veranstaltungen statt: Beim Winterfest in der Begegnungsstätte Eschweiler-Ost trat das Duo Ralf und Max auf, das die Kinder einlud, mitzutanzen und Musik zu gestalten. Im Rathaus führte das Theater Luna das Märchen vom Rumpelstilzchen auf – die Aufführung wurde in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Eschweiler auf die Beine gestellt. Mit dem Stück „Fels und Wasser“ will das Das-Da-Theater Strategien gegen Mobbing und Aggressionen bei Kindern zeigen: Mit Unterstützung des Netzwerks konnte das Ensemble in zwei Kindertagesstätten in Eschweiler auftreten. In der Vorweihnachtszeit ist wieder eine weitere Theateraufführung geplant.

Die städtischen Angebote – dazu zählen der Jugendtreff „Check In“ und die Mobile Jugendarbeit – arbeiten nicht nur mit dem Netzwerk zusammen, sie werden auch von ihm unterstützt. Im „Check In“ fand die Sportsachenbörse statt. Geld floss zudem an die integrativen Fußballturniere, an das Projekt „Eschweiler Sporthelden“, in dessen Rahmen verschiedene Aktionen in den Ferien gestartet wurden, an das Kochprojekt der Mobilen Jugendarbeit und einige Familien, die in Not geraten waren.

Von: pan

Für die Überlassung des Berichtes danken wir ganz herzlich der Lokalredaktion der Eschweiler Nachrichten und der Eschweiler Zeitung.